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Napoleon III.
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Napoleon III. (französisch NapolĂ©on III; * 20. April 1808 in Paris; † 9. Januar 1873 in Chislehurst bei London) war unter seinem Geburtsnamen Charles-Louis-NapolĂ©on Bonaparte (auch Louis-NapolĂ©on Bonaparte) wĂ€hrend der Zweiten Republik von 1848 bis 1852 französischer StaatsprĂ€sident und von 1852 bis 1870 als Napoleon III. Kaiser der Franzosen sowie letzter französischer Monarch. Mit dem Staatsstreich vom 2. Dezember 1851 hatte der aus einer Volkswahl hervorgegangene PrĂ€sident eine Diktatur errichtet. Ein Jahr darauf (1852) proklamierte er sich zum Kaiser und sein Land zum Zweiten Kaiserreich. Das Parlament wurde weitgehend entmachtet und erhielt erst ganz am Ende seiner Herrschaft wieder mehr Kompetenzen.

Bedingt durch den plebiszitĂ€ren Charakter seiner Herrschaft war der Kaiser praktisch gezwungen, immer neue Erfolge vorzuweisen, um sich die Gunst der Massen zu erhalten. Dies fĂŒhrte zu einer relativ expansiven Außenpolitik, die auch das Ziel der territorialen VergrĂ¶ĂŸerung Frankreichs auf Kosten seiner Nachbarstaaten verfolgte. Damit war der Kaiser im italienischen Einigungskrieg 1859/60 zunĂ€chst erfolgreich. Die geplante Annexion Luxemburgs im Jahr 1867 scheiterte dagegen. Die aggressive Außenpolitik Napoleons fĂŒhrte dazu, dass die Frage der Spanischen Thronfolge 1870 in den Deutsch-Französischen Krieg mĂŒndete. Nachdem Napoleon am 2. September 1870 gefangen genommen worden war, bildete sich eine neue nationale Regierung in Paris, die ihn fĂŒr abgesetzt erklĂ€rte und die Republik proklamierte. Seine letzten beiden Lebensjahre verbrachte er im englischen Exil.

Contents

‱ Biografie
‱ Familie
‱ Jugend
‱ Lebensende
‱ Wirtschaft
‱ Stammbaum
‱ Sonstiges
‱ Schriften
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Biografie

Familie

Charles Louis NapolĂ©on Bonaparte wurde in der Nacht des 20. Aprils 1808 unweit der spĂ€teren Opera Garnier in Paris geboren.cite-ref-2-1-0[1] Er war der Sohn von Louis Bonaparte und Hortense de Beauharnais. Sein Vater war der Bruder Napoleons I. und von 1806 bis 1810 König von Holland. Seine Mutter war die Tochter von Alexandre Vicomte de Beauharnais und Kaiserin JosĂ©phine. Sie wurde spĂ€ter zur Stieftochter Napoleons I. und trug maßgeblich zur Entstehung kaiserlicher Ambitionen ihres Sohnes bei. Die Chancen auf eine Thronfolge waren zu dieser Zeit aber noch minimal. Kaiser Napoleon hatte mit Napoleon Franz Joseph Karl Bonaparte, dem aus seiner Ehe mit Marie-Louise stammenden Sohn und König von Rom, einen legitimen Nachfolger.cite-ref-2-1-1[1] Dieser wurde nach dem Tod Napoleons I. von den Bonapartisten als Napoleon II. betrachtet. Hinzu kamen Zweifel der Zeitgenossen an der LegitimitĂ€t von Charles Louis NapolĂ©on Bonaparte: Er wurde von Gegnern nicht als Sohn von Louis Bonaparte anerkannt.cite-ref-2-1-2[1] Die Vaterschaft wurde Carel Hendrik Graf Verhuell zugeschrieben. Belegt ist, dass Graf Verhuell und Hortense de Beauharnais eine Freundschaft verband, aber ebenso belegt ist dessen Verbleib in Holland, wĂ€hrend Hortense und Louis in Paris weilten. Louis Bonaparte selbst stellte die Vaterschaft nie offiziell in Frage.

Jugend

Der endgĂŒltige Sturz Napoleons I. im Jahr 1815 machte die Ambitionen der Bonapartisten zunĂ€chst zunichte. FĂŒr Hortense de Beauharnais und ihren Sohn begann damit eine monatelange Flucht durch Frankreich und die Schweiz, u. a. fanden sie fĂŒr ein paar Tage Unterschlupf im Kloster Einsiedeln.cite-ref-2-1-3[1]cite-ref-2[2]

Louis NapolĂ©on verbrachte einen Teil seiner Kindheit abwechselnd bei Konstanz am Bodensee und in Augsburg, weshalb er die deutsche Sprache perfekt beherrschte. Seine Mutter erwarb 1816 ein Anwesen in Konstanz, 1817 ein zweites (den VorgĂ€ngerbau der heutigen Villa Seeheim). FĂŒr die Niederlassung ihrer Familie im Großherzogtum Baden sprach aus der Sicht von Hortense de Beauharnais ein wichtiges Argument: Die Familie Napoleons III. war durch eine Heirat zwischen Stephanie de Beauharnais und dem Erbprinzen Karl Ludwig Friedrich von Baden dynastisch mit dem Haus Baden verbunden.cite-ref-2-1-4[1] Allerdings konnte der Großherzog von Baden Napoleons Familie kein Exil zugestehen, weil er bereits eine von den SiegermĂ€chten befĂŒrwortete Trennung von Stephanie de Beauharnais verweigert hatte. Nochmals wagte er es nicht, die europĂ€ischen GroßmĂ€chte zu verprellen. So musste Hortense mit ihren Kindern Baden verlassen.

Seine Schulzeit verbrachte Louis Napoleon in Augsburg, zunÀchst bei Privatlehrern und dann von 1821 bis 1823 am Gymnasium bei St. Anna.

Schließlich gestanden die Alliierten der Familie ein Exil in der Ostschweiz zu, wo Louis NapolĂ©on als Jugendlicher und junger Erwachsener von 1818 (dauerhaft ab 1823) bis 1836 im Schloss Arenenberg auf der Schweizer Seite des Bodensees im Kanton Thurgau verbrachte und Schweizerdeutsch (Thurgauer Dialekt) erlernte. Seine Mutter lebte bis zu ihrem Tod im Oktober 1837 im Schloss.cite-ref-3[3]cite-ref-4[4]

1829 ging er an die Artillerieschule von Thun, wo er Guillaume Henri Dufour kennenlernte.cite-ref-5[5] SpĂ€ter diente er als Artillerieoffizier in der Schweizer Armee und wurde 1832 zum EhrenbĂŒrger des Kantons Thurgau ernannt.cite-ref-6[6] Er erhielt damit das EhrenbĂŒrgerrecht, ohne selbst Schweizer zu sein.cite-ref-7[7]

KĂ€mpfe in Italien, Putschversuche und Exil

1829 plante Louis NapolĂ©on, am Russisch-TĂŒrkischen Krieg teilzunehmen. Dies wurde ihm von seinem Vater untersagt. Stattdessen schloss er sich mit seinem Bruder NapolĂ©on Louis den italienischen Carbonari an. Dort fĂŒhrte er die Belagerung der Festung Civita Castellana an. Nach der Niederschlagung des Aufstandes und dem Tod seines Bruders floh Louis NapolĂ©on mit seiner Mutter nach Frankreich, das zu dieser Zeit von Ludwig Philipp I. regiert wurde.cite-ref-8[8]

In der Absicht, zwei bonapartistische zu einer neuen Hauptlinie zu vereinen, wurde Louis Napoléon 1835 zunÀchst mit seiner Cousine Mathilde Bonaparte verlobt, doch nach dessen misslungenem Putschversuch 1836 löste Mathildes Vater JérÎme die Verlobung umgehend wieder auf.cite-ref-ear-9-0[9]

In Straßburg konnte Louis NapolĂ©on einige Offiziere dafĂŒr gewinnen, ihm bei einem Putschversuch zu folgen. Am Morgen des 30. Oktober 1836 erklĂ€rte er den MĂ€nnern des 4. Artillerieregimentes, in dem bereits sein Onkel gedient hatte, „Frankreichs GrĂ¶ĂŸe und Ehre wiederherstellen“ zu wollen. Da der Regimentskommandeur, Oberst Vaudrey, auf seiner Seite stand, folgten ihm die Artilleristen. Allerdings wurde der Putsch von den gleichfalls in Straßburg stationierten Soldaten des 46. Infanterieregimentes abgelehnt und niedergeschlagen. Louis NapolĂ©on wurde gefangen genommen und am 9. November nach Paris gebracht. Von König Ludwig Philipp wurde er unter der Bedingung begnadigt, ins Exil in die USA zu gehen. An Bord der Fregatte Andromeda reiste er am 21. November 1836 ĂŒber Rio de Janeiro nach New York.cite-ref-10[10]

Als seine Mutter 1837 im Sterben lag, kehrte Napoleon nach Arenenberg zurĂŒck. Hortense de Beauharnais starb im Oktober 1837. Die französische Regierung betrachtete seine Anwesenheit als Bedrohung. Schließlich forderte sie im August 1838 offiziell seine Ausweisung aus der Schweiz. Da er jedoch als Offizier in der Schweizer Armee gedient hatte und seit 1832 EhrenbĂŒrger des Kantons Thurgau war, weigerte sich die Eidgenossenschaft (sog. Napoleonhandel oder Prinzenhandel). Frankreich mobilisierte sein Heer, aber Napoleon kam einer kriegerischen Auseinandersetzung durch seine Ausreise im September 1838 ins Vereinigte Königreich zuvor. Im Londoner Exil verfasste er sein Werk IdĂ©es NapolĂ©oniennes.

Von England aus begann Louis-NapolĂ©on seinen zweiten Putschversuch. Dieser fand am 6. August 1840 in Boulogne-sur-Mer statt und scheiterte ebenfalls. Er wurde nun zu lebenslanger Festungshaft in der nordfranzösischen Festung Ham verurteilt. Hier verfasste er sein Werk Vertilgung des Pauperismus (Beseitigung der Armut). Zusammen mit ihm wurde Henri Conneau (1803–1877) inhaftiert, wegen UnterstĂŒtzung des Putschversuchs. Daraus entwickelte sich eine lebenslange Freundschaft, Conneau wurde spĂ€ter der Leibarzt der Familie NapolĂ©on und erledigte fĂŒr Louis-NapolĂ©on GeheimauftrĂ€ge wie die Organisation des Treffens mit Cavour in PlombiĂšres.cite-ref-11[11]cite-ref-12[12] Seiner Beziehung zu Eleonore Vergeot in dieser Zeit entstammten zwei Kinder, die er spĂ€ter zu Grafen erhob. Am 25. Mai 1846 konnte er durch eine abenteuerliche Flucht in das Vereinigte Königreich entkommen. Dort unterhielt er eine Beziehung zu Harriet Howard, einer bekannten MĂ€tresse, die seine RĂŒckkehrplĂ€ne nach Frankreich mit ihrem Vermögen unterstĂŒtzte.

PrÀsidentschaft

Louis-NapolĂ©on kehrte nach der Februarrevolution 1848 nach Frankreich zurĂŒck und versuchte nun, auf demokratischem Wege die Macht zu gewinnen. Wie bei seinen Putschversuchen wurde er auch im PrĂ€sidentschaftswahlkampf von Freimaurerncite-ref-13[13] wie Jean-Claude Besuchet de Saunoiscite-ref-14[14] unterstĂŒtzt. Im Dezember gewann er bei der PrĂ€sidentschaftswahl gegen den damaligen MinisterprĂ€sidenten Louis-EugĂšne Cavaignac mit 5.430.000 von 7.317.344 abgegebenen Stimmen. Grundlage dafĂŒr war sein Programm einer gefestigten Regierung, sozialer Konsolidierung und nationaler GrĂ¶ĂŸe. Zudem wollten viele KleinbĂŒrger und Proletarier Cavaignac wegen seines harten Vorgehens gegen den Juniaufstand nicht als PrĂ€sidenten. Am 20. Dezember 1848 ĂŒbernahm er von Cavaignac die AmtsgeschĂ€fte.

Bereits im April 1849 entsandte Louis-NapolĂ©on Truppen nach Italien, um die im Februar des Jahres ausgerufene Römische Republik niederzuschlagen und die Herrschaft des Papstes im Kirchenstaat wiederherzustellen. Diese konnten nach einer anfĂ€nglichen Niederlage am 30. April schließlich am 2. Juli in Rom eindringen.

Durch hĂ€ufigen Wechsel der Regierungen gelang es ihm, seine Position zu stĂ€rken und die Ministerien mit MĂ€nnern zu besetzen, die ihm gegenĂŒber loyal waren. So bekleideten zum Beispiel seit seinem Amtsantritt bis 1851 Joseph Marcelin RulhiĂšres, Alphonse Henri, comte d’Hautpoul, Jean-Paul Adam Schramm, Auguste Regnaud de Saint-Jean d’Angely, Jacques-Louis Randon und Armand-Jacques-Achille Leroy de Saint-Arnaud das Amt des Kriegsministers. Gerade das letzte Kabinett wurde hauptsĂ€chlich eingesetzt, um mit der Ernennung Saint-Arnauds die Einsetzung eines ergebenen Helfers zu kaschieren.cite-ref-15[15]

Staatsstreich

Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit fĂŒhrte Louis-NapolĂ©on am 2. Dezember – an dem Tag, an dem sich Napoleon I. 1804 zum Kaiser gekrönt hatte – 1851 einen Staatsstreich nach dem Vorbild des 18. Brumaire VIII durch. Karl Marx verarbeitete diese Geschehnisse in der Schrift Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte: „Hegel bemerkt irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Thatsachen und Personen sich so zu sagen zweimal ereignen. Er hat vergessen hinzuzufĂŒgen: das eine Mal als große Tragödie, das andre Mal als lumpige Farce.“cite-ref-16[16] Infolge des Staatsstreiches kam es zu blutigen KĂ€mpfen in ganz Frankreich, die Napoleon am 5. Dezember schließlich fĂŒr sich entscheiden konnte. Am 21. Dezember ließ er eine Volksabstimmung ĂŒber eine neue Verfassung, die ihm diktatorische Vollmachten gewĂ€hrte, durchfĂŒhren. Dabei stimmten 7,5 Millionen Franzosen fĂŒr, 640.000 gegen ihn.

Kaiserkrönung

Am 21. November 1852 wurde ein Plebiszit zur Wiederherstellung des Kaisertums durchgefĂŒhrt. Dabei stimmten 7.824.000 Franzosen mit Ja, 253.000 mit Nein.cite-ref-17[17] Louis-NapolĂ©on ließ sich daraufhin – wiederum am 2. Dezember – 1852 zum Kaiser der Franzosen ausrufen. Die Titelumschriften der MĂŒnzen mit seinem PortrĂ€t wurden daraufhin von LOUIS NAPOLEON BONAPARTE auf NAPOLEON III EMPEREUR geĂ€ndert.

Der Hauptgrund fĂŒr den Erfolg Napoleons liegt in seinem Populismus. So reiste er oft quer durch Frankreich und hielt vor dem Volk Reden, in denen im Falle einer WiedereinfĂŒhrung des Kaiserreichs große Erfolge und Fortschritte versprochen wurden. Die auf Prestige abzielende imperialistische Außenpolitik trug ebenfalls zur Mobilisierung der Massen bei. Die ĂŒberwiegend konservativ gesinnten Bewohner der lĂ€ndlichen Gegenden, die einen sehr großen Bevölkerungsteil darstellten, waren eine starke StĂŒtze der Macht des Kaisertums. Allerdings erhielt er auch von der kapitalistischen Bourgeoisie UnterstĂŒtzung, deren Grund hauptsĂ€chlich eine durch ArbeiteraufstĂ€nde in Paris ausgelöste Revolutionsangst war.cite-ref-18[18] Marx schrieb darĂŒber: „Die fixe Idee des Neffen verwirklichte sich, weil sie mit der fixen Idee der zahlreichsten Klasse der Franzosen zusammenfiel.“cite-ref-19[19]

Das autoritÀre Empire

Charles Louis NapolĂ©on Bonaparte nahm den Herrschernamen Napoleon III. an, um eine KontinuitĂ€t zu Napoleon Bonaparte zu suggerieren. Dessen Sohn Napoleon Franz Bonaparte, der Herzog von Reichstadt, hatte zwar faktisch nie regiert, war aber von Napoleon I. bei dessen Abdankung als Nachfolger benannt worden. Er ging somit bei der Wahl des Herrschernamens Ă€hnlich wie Ludwig XVIII. vor. Das Zweite Kaiserreich begann als autoritĂ€res Empire. ZunĂ€chst regierte Napoleon mit absoluter Macht. Das Parlament (Corps lĂ©gislatif) besaß keine Gesetzesinitiative, sondern konnte lediglich vom Kaiser eingebrachte Gesetze billigen. Es bestand das Mehrheitswahlrecht. Das damalige Wahlsystem beruhte auf Zetteln, deren Farbe den Kandidaten festlegte. Es gab Wahlempfehlungen der Regierung. Die Verwaltung setzte bei Wahlen regelmĂ€ĂŸig die Opposition unter Druck, ließ Zettel bestimmter Farben fĂŒr die Wahldauer nicht verkaufen, Wahlplakate durch Staatsbeamte abreißen etc. Freie Wahlen im heutigen Sinne fanden also nicht statt. Die Minister des Kaisers waren seine ergebensten AnhĂ€nger. SĂ€ulen des Systems waren Armee und Kirche. Napoleon III. regierte zunĂ€chst autoritĂ€r, war aber kein Diktator. Die tragende Ebene der territorialen Regierung waren die PrĂ€fekten, die in den DĂ©partements fĂŒr Regierungs- und Verwaltungsaufgaben zustĂ€ndig waren und einer FĂŒlle von lokalen ZwĂ€ngen unterlagen.cite-ref-20[20]

Einen der letzten Verteidiger des Parlamentarismus, Alexis de Tocqueville, ließ er beim Staatsstreich verhaften. Gegner wie Louis-EugĂšne Cavaignac, Victor Hugo, Adolphe Thiers, Louis Juchault de LamoriciĂšre und Marie-Alphonse Bedeau wurden genötigt, das Land zu verlassen. Im Jahr darauf begann er, politische Gefangene und Kriminelle in Strafkolonien wie die Teufelsinsel (Île du Diable) oder, in weniger schlimmen FĂ€llen, nach Neukaledonien deportieren zu lassen.

Das seit dem Wiener Kongress unter europĂ€ischer Kontrolle stehende Frankreich war zu Beginn des Kaiserreiches immer noch ein Staatswesen, das fĂŒr alle europĂ€ischen MĂ€chte als revolutionĂ€rer Unruheherd galt. Erstes Ziel der napoleonischen Politik war es, diese außenpolitische Isolation zu ĂŒberwinden.

Der Krimkrieg

Napoleon III. tendierte in der orientalischen Frage dazu, das Osmanische Reich zu erhalten. Er wollte verhindern, dass Russland Zugriff auf geographische SchlĂŒsselpositionen wie den Bosporus bekam. Im religiösen Konflikt um die Nutzung der Kirche zum Heiligen Grab in Jerusalem, dem Auslöser des Krimkrieges, versuchten die Katholiken mit UnterstĂŒtzung Napoleons III. ihre Situation zu verbessern. Der russische Zar Nikolaus I. verlangte daraufhin zum Schutz der orthodoxen Christen im Osmanischen Reich das Protektorat ĂŒber sie im Heiligen Land. Der osmanische Sultan und Napoleon III. wollten sich mit einer russischen Vorherrschaft ĂŒber die Christen in PalĂ€stina aber nicht einverstanden erklĂ€ren. Napoleons Infragestellung russischer AnsprĂŒche gegen das Osmanische Reich fĂŒhrte Ende MĂ€rz 1854 zur KriegserklĂ€rung an Russland.

Der Versuch Russlands, sein Gebiet auf Kosten des geschwĂ€chten Osmanischen Reiches zu vergrĂ¶ĂŸern, sollte durch den Einsatz einer alliierten Streitmacht unter französischer FĂŒhrung verhindert werden. Im Mai 1854 landeten die alliierten französisch-britischen Truppen bei Warna und im September 1854 auf der Krim. Nach mehreren Schlachten und fast einjĂ€hriger Belagerung konnte im September 1855 Sewastopol eingenommen werden. Nach der Eroberung der Festung plante Napoleon III., ins Landesinnere vorzurĂŒcken, um durch einen spektakulĂ€ren Erfolg aus dem Schatten seines Onkels Napoleon I. zu treten. Seine GenerĂ€le rieten aber von einem solchen Abenteuer ab. Auch die Stimmung in Frankreich war durch die Dauer des Feldzuges und die hohen, vor allem krankheitsbedingten Verluste der Truppen gedĂ€mpft. Sein Cousin NapolĂ©on Joseph Charles Paul Bonaparte hatte darĂŒber hinaus die Truppe verlassen und gab der französischen Öffentlichkeit zu allerlei Diskussionen darĂŒber Raum. Dies alles fĂŒhrte dazu, dass Napoleon III. schließlich zu Friedensverhandlungen bereit war.cite-ref-21[21]

Am 30. MĂ€rz 1856 schloss Russland mit seinen Kriegsgegnern den Frieden von Paris. Napoleon bewies sein diplomatisches Geschick, als er auf dem Friedenskongress als Schiedsrichter auftrat. WĂ€hrend der Verhandlungen wurde der Sohn Napoleons III., NapolĂ©on EugĂšne Louis Bonaparte, geboren. Die Geburt war sehr schwierig, da sich das Kind im Leib der Mutter nicht gedreht hatte. Nach dem Erfolg der Zangengeburt defilierten die Vertreter sĂ€mtlicher GroßmĂ€chte, die an den Friedensverhandlungen teilnahmen. Mit der Geburt des Prinzen schien die dauerhafte Herrschaft der Dynastie Bonaparte in Frankreich gesichert zu sein.cite-ref-22[22]

Im Jahr 1855 wurden zwei Attentate auf den Kaiser verĂŒbt: am 28. April durch den Italiener Giovanni Pianori und am 8. September durch Edouard Bellemare. Beiden AnschlĂ€gen entging der Herrscher.cite-ref-23[23]

Der Pariser Frieden fĂŒhrte zu einer neuen europĂ€ischen MĂ€chtekonstellation. Napoleon erreichte die Anerkennung des Kaiserreiches in Europa. An die Stelle der alten Kontinentalmacht Russland trat nun Frankreich. Die Heilige Allianz zerbrach, und die Beziehungen zwischen Russland und Österreich blieben nachhaltig gestört. Russland wandte sich nun Frankreich und Preußen zu. Österreich blieb isoliert. Nach dem Sieg im Krimkrieg, den erfolgreichen Verhandlungen im Pariser Frieden und dem folgenden wirtschaftlichen Aufschwung in Frankreich stieg die PopularitĂ€t des Kaisers im Land an.

1857 beauftragte Napoleon EugĂšne Viollet-le-Duc mit dem Wiederaufbau des mittelalterlichen Schlosses Pierrefonds. 1861 erweiterte er den Auftrag: Pierrefonds sollte zu einer privaten Residenz umgebaut werden. Die Arbeiten dauerten auch nach dem Tod des Kaisers noch an. Das Projekt wurde 1885 endgĂŒltig abgebrochen.

Napoleon III. billigte 1858 eine Marineexpedition nach Vietnam. In deren Folge gelang die Eroberung Saigons, die den Beginn der französischen Kolonialherrschaft in Vietnam begrĂŒndete.

1858 protestierte Napoleon, zusammen mit weiteren Persönlichkeiten, beim Papst gegen die EntfĂŒhrung des jĂŒdischen Knaben Edgardo Mortara durch die katholische Kirche, ohne Erfolg.cite-ref-24[24]

Sardinischer Krieg

Am 14. Januar 1858 ĂŒberlebte Napoleon ein Attentat des italienischen RevolutionĂ€rs Felice Orsini. Orsini gehörte zu den Carbonari, denen sich Napoleon 1830 angeschlossen hatte. Dieser war von Orsinis Auftritt bei der folgenden Gerichtsverhandlung so beeindruckt, dass er sich am 20. Juli 1858 in PlombiĂšres-les-Bains mit dem MinisterprĂ€sidenten des Königreichs Sardinien-Piemont Camillo Benso von Cavour traf. Napoleon bot Cavour in dem geheimen Treffen an, ihn bei der Einigung Italiens zu unterstĂŒtzen. Ohne seine Minister zu konsultieren, schloss er mit Cavour einen Geheimvertrag. Dieser sah fĂŒr den Fall eines österreichischen Angriffs die UnterstĂŒtzung Frankreichs vor. Cavour beanspruchte Oberitalien fĂŒr Sardinien-Piemont und ging auf Napoleons Idee einer Konföderation Italiens unter BerĂŒcksichtigung des Kirchenstaates ein. Im Gegenzug sollte das Königreich Sardinien-Piemont auf sein Stammland Savoyen und auf die Grafschaft Nizza zugunsten Frankreichs verzichten. ZusĂ€tzlich wurde die Allianz durch die VermĂ€hlung der Tochter des spĂ€teren italienischen Königs Viktor Emanuel mit dem Prinzen NapolĂ©on besiegelt.

Durch seine Neujahrsrede am 1. Januar 1859 vor dem diplomatischen Korps und seine Worte an den österreichischen Gesandten provozierte Napoleon III. Österreich.cite-ref-25[25] Nach einer Ă€hnlichen Rede König Victor Emanuels begann von Seiten Österreichs die militĂ€rische AufrĂŒstung. Diese konnte Frankreich den passenden Vorwand abgeben, um das bedrohte Sardinien gegen die AngriffsplĂ€ne Österreichs zu schĂŒtzen. Ein darauf folgendes Ultimatum der Österreicher vom 19. April 1859 fĂŒhrte schließlich zum Sardinischen Krieg von Mai bis Juli 1859.

Napoleon III. ĂŒbernahm selbst den Oberbefehl ĂŒber die 130.000 Mann starke französische Armee. Allerdings hatte er wenig Anteil an den militĂ€rischen Operationen, die von seinen GenerĂ€len gefĂŒhrt wurden. Durch die siegreichen Schlachten von Magenta und Solferino konnte Österreich besiegt werden und der Weg war frei fĂŒr ein vereintes Italien. Fortan galt Napoleon III. als Förderer des Panlatinismus.

Modernisierung der Infrastruktur

Ein wichtiger Schritt wĂ€hrend seiner Regierungszeit war die Neugestaltung von Paris. Große Teile der Stadt wurden dem Erdboden gleichgemacht und viele der alten, gebogenen Straßen wurden durch breite Alleen ersetzt. Den Stadtumbau leitete Georges-EugĂšne Haussmann, PrĂ€fekt des DĂ©partement Seine. Haussmann schrieb in seinen Memoiren, dass es das Ziel NapolĂ©ons war, den Bewohnern von Paris „Luft, Licht und (sauberes) Wasser“ zu bringen.cite-ref-26[26]

Haussmann leitete auch den Ausbau des französischen Eisenbahnnetzes, wobei vor allem auf Paris zentrierte Hauptstrecken entstanden. So mussten zum Beispiel Reisende vom sĂŒdfranzösischen Marseille nach Bordeaux lange Zeit den Umweg ĂŒber die Hauptstadt in Kauf nehmen. Dies erwies sich auch als strategischer Nachteil, da durch die schwach ausgebauten Querverbindungen Truppenbewegungen ĂŒber dieses Schienennetz viel langsamer zu organisieren waren.

Interesse an Geschichte, ArchÀologie und Kunst

Wie Napoleon I. zeigte auch sein Neffe großes Interesse am Leben bedeutender historischer Persönlichkeiten und an der ArchĂ€ologie. 1862 veröffentlichte Napoleon III. eine zweibĂ€ndige französische Histoire de Jules CĂ©sar plus Atlasband, die bis 1865 auch ins Deutsche und acht weitere europĂ€ische Sprachen ĂŒbersetzt worden ist. Im Zuge dieser Arbeiten beauftragte er Oberst EugĂšne Stoffel mit der Lokalisierung der cĂ€sarischen Lager in Gergovia und Alesia. Moderne Nachgrabungen in den letzten Jahren bestĂ€tigten die Ergebnisse dieser frĂŒhen archĂ€ologischen Sondierungen. Er förderte unter anderem auch die Ausgrabungen im keltischen Oppidum von Bibracte (Mont Beuvray).

1857 erwarb Napoleon III. das im Pariser Salon ausgestellte GemÀlde von Jacques Alfred van Muyden Refektorium der Kapuziner von Albano. Er schenkte das GemÀlde spÀter Guillaume Henri Dufour.cite-ref-27[27]

Kunstgeschichtlich bedeutsam ist Napoleons 1863 gefĂ€llte Entscheidung, dass neben dem offiziellen Pariser Salon auch ein Salon des RefusĂ©s stattfinden sollte. Damit gab er den Malern, die spĂ€ter den Impressionismus begrĂŒndeten, die Gelegenheit, ihre Arbeiten erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Die GrĂŒnde, die zu dieser Entscheidung fĂŒhrten, sind umstritten. Von einigen Kunsthistorikern wird darin der Versuch des kaiserlichen Hofs gesehen, die AutoritĂ€t des in die Kritik geratenen Pariser Salons wiederherzustellen. Andere, wie etwa Édouard Manets Biograph Gottlieb Jedlicka, sehen darin einen Schachzug in einem reichen und ununterbrochenen Spiel von Intrigen zwischen Hof und Opposition, bei dem die vom kaiserlichen Hof unabhĂ€ngige École des Beaux-Arts geschwĂ€cht werden sollte.

Napoleon nutzte die wichtiger werdende Presse zu seinen Gunsten. Er gab befreundeten Journalisten Informationen weiter und redigierte teilweise Artikel. Auch seine Frau EugĂ©nie beeindruckte die Öffentlichkeit durch ihren Luxus. Im Gegensatz zu Marie-Antoinette nahm die Öffentlichkeit ihr ihre Verschwendungssucht nicht ĂŒbel, sondern begrĂŒĂŸte den Glanz, den sie auf Frankreich warf. Außerdem förderte sie die entstehende Luxusindustrie in Paris.cite-ref-28[28]

Außenpolitische Abenteuer des „liberalen Empire“

Ab 1860/61 Ă€nderte Napoleon III. seinen Regierungsstil. Das Parlament erhielt mehr Rechte, die Pressefreiheit wurde erweitert und Gewerkschaften zugelassen. Die wirtschaftliche Entwicklung, die von Beginn des Kaiserreiches an positiv verlaufen war, geriet ab Mitte der 1860er-Jahre in eine Krise. Dies fĂŒhrte neben den folgenden außenpolitischen RĂŒckschlĂ€gen und der vermeintlichen innenpolitischen SchwĂ€che zur Destabilisierung des imperialen Systems.

Nachdem das mexikanische Parlament im Juli 1861 beschlossen hatte, die RĂŒckzahlung der Auslandsschulden ab sofort einzustellen, unterzeichnete Napoleon III. am 31. Oktober mit Großbritannien und Spanien den Londoner Vertrag. Dieser legte fest, dass die unterzeichnenden Nationen gemeinsam von Mexiko die ausstehenden Schulden mit allen notwendigen Mitteln eintreiben wĂŒrden. Da die Vereinigten Staaten im Sezessionskrieg gebunden waren, war ihnen ein Eingreifen gemĂ€ĂŸ der Monroe-Doktrin zugunsten Mexikos unmöglich. Im Dezember 1861 und im Januar 1862 trafen spanische, französische und britische Truppen in Mexiko ein. Als die britische und die spanische Regierung erkannten, dass das Ziel Napoleons III. nicht in einer bloßen RĂŒckzahlung der Kredite, sondern vielmehr in einer Eroberung Mexikos bestand, zogen sie ihre Truppen zurĂŒck. Die französische Intervention in Mexiko von Januar 1862 bis MĂ€rz 1867 endete mit einer Niederlage und der Hinrichtung des von den Franzosen von 1864 bis 1867 als „Kaiser von Mexiko“ eingesetzten Maximilian I. Diese Niederlage wirkte nochmals destabilisierend auf das Regime Napoleons. Außerdem sahen die Franzosen ihren Einfluss durch die vernichtende Niederlage Österreichs gegen Preußen im preußisch-österreichischen Krieg (1866) gefĂ€hrdet.

Im weiteren Verlauf der 1860er-Jahre wurden die französisch-preußischen Spannungen weiter verschĂ€rft, insbesondere durch BĂŒndnisverhandlungen Frankreichs mit Österreich und Italien. Am 12. Juni 1866 schloss Österreich mit dem französischen Kaiser Napoleon III. einen Geheimvertrag. Darin sagte der Kaiser die NeutralitĂ€t Frankreichs zu, ließ sich aber fĂŒr den Fall eines österreichischen Sieges bei einem kriegerischen Konflikt mit Preußen Venetien als Honorierung des Stillhaltens zusagen.cite-ref-29[29] Außerdem stellte Österreich Napoleon mĂŒndlich in Aussicht, dass im bislang preußischen Rheinland ein neuer Staat errichtet werden könnte, der von Frankreich dominiert werden wĂŒrde.

Preußen hatte zuvor am 8. April einen Geheimvertrag mit Italien geschlossen. Darin sollte Italien das österreichisch regierte Venetien erhalten, wenn es in einem Krieg gegen Österreich auf preußischer Seite eintrat. Dazu kam es schließlich nach dem Deutschen Krieg im Sommer 1866. Frankreich war von einem Sieg Österreichs ausgegangen, sodass es fĂŒr seine NeutralitĂ€t keine Gegenleistung von Preußen ausgehandelt hatte. Die EnttĂ€uschung darĂŒber wurde im geflĂŒgelten Wort „Rache fĂŒr Sadowa“ ausgedrĂŒckt.

1867 kam es zur Luxemburgkrise. Vor dem Krieg 1866 hatte Napoleon III. mit Preußen ĂŒber Gebietserwerbungen als Kompensation fĂŒr seine NeutralitĂ€t verhandelt. Dabei war auch Luxemburg erwĂ€hnt worden. Otto von Bismarck hatte keine EinwĂ€nde offengelegt, aber angedeutet, dass Frankreich selbst aktiv werden mĂŒsse. 1867 wollte Frankreich Luxemburg erwerben. Als dies ruchbar wurde, kam es in den deutschen FĂŒrstentĂŒmern zu heftigen Protesten, unter anderem zu einer von Bismarck bestellten Anfrage im Reichstag des Norddeutschen Bundes. Napoleon musste seine PlĂ€ne fallen lassen, und Luxemburg wurde im Zweiten Londoner Vertrag von 1867 fĂŒr neutral erklĂ€rt. FĂŒr Napoleon III. war dies eine Niederlage, die sein ohnehin schon angekratztes politisches Ansehen weiter minderte. Innenpolitisch musste er sich gegen republikanische Bestrebungen wehren, ruhmreiche Schlachten in der Tradition seines Vorfahren hĂ€tten in dieser Situation hilfreich sein können.

Das Plebiszit von 1870

Die Wahlen von 1869 ergaben fĂŒr die Opposition Zugewinne auf 3,3 Mio. Stimmen gegen 4,6 Mio. fĂŒr die Regierung. Obwohl dies ihre RegierungsfĂ€higkeit nicht beeintrĂ€chtige, wollte die Regierung und Napoleon III. den Trend umkehren durch eine neue Verfassung, die die liberalen Änderungen seit 1860/61 festschreiben sollte. ZunĂ€chst dachte der Justizminister Émile Ollivier daran, diese Änderung auf dem normalen parlamentarischen Weg durch Gesetze im SĂ©natus-consulte Verfahren (Gesetzgebungsakt des Senats) auszufĂŒhren, Napoleon selbst und auch mehrere Minister waren der Meinung, dass die Verfassung, die durch ein Referendum verabschiedet worden war, nur durch ein weiteres Referendum geĂ€ndert werden könnte. So wurde fĂŒr Anfang 1870 ein Plebiszit angesetzt: „Le peuple approuve les rĂ©formes libĂ©rales opĂ©rĂ©es par l’Empereur avec le concours des grands corps de l’État, et ratifie le senatus-consulte du 20 avril 1870.“ (Das Volk billigt die vom Kaiser mit UnterstĂŒtzung der großen Staatsorgane durchgefĂŒhrten liberalen Reformen und ratifiziert den SĂ©natus-Vorschlag vom 20. April 1870.) Der Vorschlag wurde mit 83 % (7,3 Mio. Stimmen) gegen 17 % (1,5 Mio. Stimmen) bei einer Wahlbeteiligung von 82 % angenommen.cite-ref-30[30]

Deutsch-Französischer Krieg

Um die Hoffnungen seiner AnhĂ€ngerschaft und seiner Gattin auf imperialen militĂ€rischen Ruhm zu erfĂŒllen (und auch durch den preußischen MinisterprĂ€sidenten Bismarck mit der Emser Depesche herausgefordert), begann Napoleon III. im Juli 1870 den Deutsch-Französischen Krieg. Napoleon und seine Regierung waren von vollkommen falschen Grundannahmen ĂŒber die Außenpolitik ausgegangen: Die mit Preußen verbĂŒndeten sĂŒddeutschen Staaten blieben nicht neutral, und es traten keine Staaten auf Frankreichs Seite in den Krieg ein. Es hatte zwar BemĂŒhungen zu einem französisch-österreichisch-italienischen BĂŒndnis gegeben, sie hatten aber zu keinem verbindlichen Abkommen gefĂŒhrt.

Der Krieg zeigte die ganze SchwĂ€che des Regimes von Napoleon III. Obwohl Frankreich Preußen den Krieg erklĂ€rt hatte, war die französische Armee nicht in der Lage, eine Offensive zu starten und die Invasion der preußischen Armee und ihrer VerbĂŒndeten in Frankreich zu verhindern.

Napoleon, der selbst den Oberbefehl ĂŒbernommen hatte, reiste zur Festung Metz. Aufgrund starker Blasenschmerzen war er jedoch kaum in der Lage, das Kommando zu fĂŒhren. Nachdem er am 2. August mit seinem Sohn bei SaarbrĂŒcken preußischen Boden betreten hatte, ĂŒbergab er am 12. August den Oberbefehl an Marschall François-Achille Bazaine und begab sich ĂŒber Gravelotte und Verdun in das Lager von ChĂąlons-sur-Marne, wo er am Nachmittag des 16. August eintraf.cite-ref-31[31] Da die Kaiserin seiner fĂŒr den 18. August vorgesehenen RĂŒckkehr nach Paris widersprach, schloss er sich – ohne militĂ€rische Funktion, quasi als Privatmann – der in ChĂąlons neu aufgestellten Armee Marschall Mac-Mahons an, der am 19. August von dort mit 120.000 Mann in Richtung Reims abmarschierte, um sich mit Marschall Bazaines Armee zu vereinigen. Nach der Schlacht bei Beaumont war der Weg nach Metz aber durch preußische Truppen blockiert. Die Schlacht bei Sedan fand am 1. September 1870 statt; am Abend forderte der preußische König Wilhelm I. die Franzosen zur Kapitulation auf, und der Kaiser ließ auf der Zitadelle von Sedan eine weiße Fahne hissen.cite-ref-32[32] Am frĂŒhen Morgen des 2. Septembers begab sich Napoleon in die Gefangenschaft Wilhelms, und die französische Armee kapitulierte.cite-ref-33[33]

Mit der Ausrufung der Dritten Republik in Paris wurde Napoleon am 4. September abgesetzt. Napoleon erhielt von Wilhelm das Schloss Wilhelmshöhe in Kassel zum Quartier, die ehemalige Residenz seines Onkels JérÎme - eine Wahl, die ihn erfreute. Am 5. September 1870 traf er dort ein und blieb bis zum 19. MÀrz 1871 unter Arrest. Am 30. Oktober 1870 besuchte ihn die Kaiserin Eugénie. Vor allem bis zum Friedensschluss mit der provisorischen Regierung hatte es Versuche gegeben, Napoleons Regime wiederherzustellen.

Lebensende

Napoleon III. ging nach dem Ende des Krieges ins Exil nach Großbritannien. Am 19. MĂ€rz 1871 verließ er Schloss Wilhelmshöhe und erreichte am 21. MĂ€rz Chislehurst, heute Teil des Stadtbezirkes London Borough of Bromley. Dort hatte Kaiserin EugĂ©nie bereits eine Unterkunft in dem Herrenhaus Camden Place gefunden, das 1860 der Rechtsanwalt Nathaniel Strode erworben hatte. Dieser kannte Napoleon III. seit 1846 und war der Testamentsvollstrecker von Harriet Howard gewesen, der ehemaligen MĂ€tresse und Gönnerin des spĂ€teren Kaisers. Er stellte der kaiserlichen Familie das Haus als Exilsitz zur VerfĂŒgung.cite-ref-34[34]

Der Kaiser hĂ€tte auch den Ort seiner Jugend, das schweizerische Schloss Arenenberg am Bodensee, das er von seiner Mutter geerbt hatte, als Exilsitz wĂ€hlen können, allerdings war er in der Schweiz wegen des Savoyerhandels und weil er von vielen als Despot angesehen wurde, nicht beliebt. Auch schien ihm England mehr Möglichkeiten fĂŒr politische und militĂ€rische UnterstĂŒtzung zu bieten, denn von Camden Place aus plante Napoleon III. – nach dem Vorbild der Herrschaft der Hundert Tage seines Onkels – erneut in Frankreich zu landen, starb jedoch noch vor der Umsetzung seiner Vorhaben. Am 3. und 6. Januar 1873 hatte Napoleon sich von Henry Thompson, Englands erstem Urologen,cite-ref-35[35] zur Entfernung seiner Blasensteine operieren lassen.cite-ref-36[36] Thompson verabreichte bei seinen Operationen Chloroform, dessen Nebenwirkungen damals noch nicht bekannt waren. Dies fĂŒhrte in Verbindung mit der SchwĂ€chung Napoleons durch die wohl bis zum Nierenversagen (UrĂ€mie)cite-ref-37[37] fortgeschrittene Krankheit zum Herzversagen. Er starb eine Stunde vor der am 9. Januar geplanten dritten Operation. Seine letzten Worte waren angeblich die Frage an seinen Arzt Henri Conneau „Étiez-vous Ă  Sedan?“ („Waren Sie in Sedan?“ oder „Waren Sie bei der Schlacht von Sedan dabei?“).

Napoleon III. ist in der kaiserlichen Krypta der Sankt-Michaels-Abtei in Farnborough, Hampshire, England, begraben. Ebenfalls dort bestattet wurden sein einziger Sohn, der 1879 im Zulukrieg gefallene Napoléon EugÚne Louis Bonaparte, und seine Frau Eugénie, die 1920 im Alter von 94 Jahren starb.

Wirtschaft

Das Zweite Kaiserreich (Second Empire) war gekennzeichnet von starkem Wachstum der Wirtschaft. Frankreich hat die industrielle Revolution spĂ€ter ĂŒbernommen als England, ab den 1850er Jahren machte sich der Einfluss bemerkbar und unter Napoleon III. war das Wachstum teilweise stĂŒrmisch. Die Investitionen in die Industrie verdoppelten sich, der Verbrauch von Steinkohle verdreifachte sich, die Anzahl der Dampfmaschinen vervierfachte sich. Da Frankreich nur geringe Steinkohlenvorkommen hatte, musste schon frĂŒh Kohle importiert werden. Der Ausbau des Schienennetzes (s. o.) bewirkte ein Wachstum der Bergwerke, des Maschinenbaus und der Eisenerzeugung und Verarbeitung. Große neue Unternehmen wie Le Creusot, im Besitz der Familie Schneider, beschĂ€ftigten 1869 10.000 Arbeiter. Auch die chemische Industrie entwickelte sich mit Unternehmen wie Compagnie de Saint-Gobain, Levallois-Perret und Établissements Kuhlmann, heute Pechiney. Weiterhin beschĂ€ftigte die Textilindustrie mit 2 Millionen die meisten ArbeitskrĂ€fte von insgesamt 4,3 Millionen insgesamt im sekundĂ€ren Sektor. Die Textilindustrie blieb weiterhin kleinteilig, besonders in den lĂ€ndlichen Gebieten. In den großen StĂ€dten trug die BautĂ€tigkeit (s. o.) zum Wachstum bei, die Struktur des Baugewerbes blieb aber weiterhin handwerklich mit 3 Arbeitern pro Betrieb. UngefĂ€hr die HĂ€lfte der Bevölkerung arbeitete in der Landwirtschaft, auch hier stieg die Produktion um ca. 20 % in 20 Jahren durch bessere Transportmöglichkeiten, Einsatz von Chemie und RĂŒckgang der BrachflĂ€chen. Am Ende des Zweiten Kaiserreichs umfasste der tertiĂ€re Sektor 21 % der Bevölkerung, der sekundĂ€re 29 % und der primĂ€re 50 %. Das Wachstum wurde durch einen RĂŒckgang in den Jahren 1858–1862 unterbrochen, danach nahm es aber wieder zu. Frankreich konnte seinen RĂŒckstand auf England teilweise aufholen.cite-ref-38[38] Unter Napoleon III. wurde ein modernes Bankensystem geboren, mit der GrĂŒndung von beispielsweise CrĂ©dit Foncier, CrĂ©dit Industriel et Commercial, CrĂ©dit Lyonnais, SociĂ©tĂ© GĂ©nĂ©rale.cite-ref-0-39-0[39] 1864 setzte er das Recht auf Gewerkschaften und auf Streik durch und unterstĂŒtzte die Bildung von Hilfskassen auf Gegenseitigkeit (secour mutuel) und ArbeitsaufsichtsĂ€mter (inspection du travail).cite-ref-40[40]

Napoleon III. grĂŒndete die Lateinische MĂŒnzunion, die neben den 4 ursprĂŒnglichen LĂ€ndern (Frankreich, Belgien, Schweiz und Italien) bis zu 32 LĂ€nder von Argentinien bis Finnland vereinte. Die WĂ€hrungskonvention vom 23. Dezember 1865 fĂŒhrte eine WĂ€hrungsharmonisierung auf der Grundlage des Gold-Silber-Bimetallismus des Germinal-Franken ein.cite-ref-0-39-1[39]

Napoleon III. unterstĂŒtzte den Bau des Suezkanals. Die von Ferdinand de Lesseps 1854 gegrĂŒndete Kanalbaugesellschaft wurde von Großbritannien bekĂ€mpft und von Napoleon gefördert. Nachdem Lesseps 1856 den Verlauf des Kanals festgelegt hatte, unterstĂŒtzte Napoleon eine Kreditsubskription fĂŒr das notwendige Kapital. 1859 konnten die Bauarbeiten beginnen. Der neue Vizekönig Ismail Pascha von Ägypten beendete unter dem Einfluss Großbritanniens die Arbeiten, Napoleon rettete das Projekt 1864 durch eine Schlichtung.cite-ref-41[41]

Louis-Napoleon Bonaparte beschĂ€ftigte sich schon frĂŒh mit wirtschaftlichen und sozialen Themen. Als Leser von Adam Smith, Jean-Baptiste Say und Saint-Simon war er ĂŒberzeugt von den Vorteilen der Industrie- und Bankenentwicklung fĂŒr die Gesellschaft als Ganzes. WĂ€hrend die Regierung des „BĂŒrgerkönigs“ Louis-Philippe I. hauptsĂ€chlich das Kapital stĂ€rkte („Enrichissez-vous“), legte Napoleon Wert auf einen sozialen Kapitalismus. 1844 veröffentlichte er seine Schrift Extinction du PaupĂ©risme (Vertilgung des Pauperismus / Beseitigung der Armut), in der er seine Ideen zur Förderung der armen Bevölkerungsteile darlegte.cite-ref-42[42] Louis Napoleon war in der Arbeiterklasse beliebt. Sein Wahlprogramm war weitgehend von den sozialistischen Theorien der damaligen Zeit inspiriert. Es ging darum, dank staatlicher Maßnahmen Programme fĂŒr Großprojekte wie in Paris (s. o.) und auch mit großen landwirtschaftlichen Projekten und Landentwicklung umzusetzen. Beispiele fĂŒr seinen sozialen Einsatz findet man in SĂŒdwestfrankreich mit dem PhalanstĂšre-Projekt in der kaiserlichen DomĂ€ne Solferino, wo er eine Gemeinde fĂŒr Veteranen grĂŒndete.cite-ref-43[43] Die Trockenlegung der Landes de Gascogne schuf einen der grĂ¶ĂŸten WĂ€lder Europas mit den sogenannten Napoleon-Kiefern.cite-ref-44[44]

Ehe und Nachkommen

Am 29./30. Januar 1853 heiratete Napoleon III. die spanische GrĂ€fin EugĂ©nie de Montijo. Die Hochzeit war eine getreue Kopie der Feierlichkeiten Napoleons I. Eine vorhergehende Brautwerbung um Prinzessin Adelheid zu Hohenlohe-Langenburg, die spĂ€tere Herzogin zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg, war am Widerstand von Königin Victoria gescheitert, deren Nichte die Prinzessin war, sowie wohl auch deshalb, weil der Brautvater, FĂŒrst Ernst I. zu Hohenlohe-Langenburg, den BrĂ€utigam, der zwar mĂ€chtig, aber nicht von altem Adel war, fĂŒr nicht ebenbĂŒrtig hielt.cite-ref-45[45]

Die Ehe zwischen Napoleon und EugĂ©nie verlief nicht glĂŒcklich. EugĂ©nie litt unter den AffĂ€ren ihres Gatten, der sich auch keine MĂŒhe gab, seine SeitensprĂŒnge zu verbergen. Ihm werden acht außereheliche Kinder mit verschiedenen Frauen zugeschrieben, die er jedoch – im prĂŒden 19. Jahrhundert und angesichts seiner politisch ungesicherten Position – allesamt nicht anerkannte und die bei ihren MĂŒttern unter deren Namen aufwuchsen. Seine frĂŒhe Leidenschaft fĂŒr die schöne Spanierin war schnell erloschen. Zudem erschöpfte ihre Niederkunft im Jahre 1856 – zuvor hatte sie bereits eine Fehlgeburt erlitten – die Kaiserin so sehr, dass sie nicht nur keine weiteren Kinder mehr bekommen konnte, sondern auch den ehelichen Verkehr mit ihrem Mann stark einschrĂ€nken und schließlich ganz einstellen musste.

Dagegen engagierte sich EugĂ©nie vor allem seit den 1860er-Jahren durchaus mit Duldung ihres Mannes immer mehr im politischen GeschĂ€ft. Im Unterschied zu ihm war ihr Standpunkt entschieden konservativ, klerikal und autoritĂ€r: So befĂŒrwortete sie eine Allianz mit Österreich und trat energisch fĂŒr die Erhaltung des Kirchenstaates unter französischer Protektion ein. Napoleon, obgleich in vielem uneins mit ihr, setzte sie dennoch sowohl 1859 als auch 1870 als Regentin in Paris ein. Ihrem Wunsch nach einer Aufrechterhaltung der neoabsolutistischen Regierungsform konnte er zusehends weniger entsprechen. 1870 zĂ€hlte EugĂ©nie zu den erklĂ€rten BefĂŒrwortern eines Waffenganges gegen Preußen und wirkte entsprechend auf ihren entscheidungsschwachen Mann ein.cite-ref-46[46]

Napoleon und EugĂ©nie hatten einen Sohn, NapolĂ©on EugĂšne Louis Bonaparte (1856–1879).

Stammbaum

Im Jahr 1876 wurde in The Imperial Dictionary of Universal Biography unter dem Titel Family Tree of the House of Bonaparte ein Stammbaum veröffentlicht, der den Zeitraum 1746 bis 1856 umfasst. In Fettschrift aufgefĂŒhrt sind Napoleon I., Napoleon II., und Napoleon III.

Charles-Louis-NapolĂ©on Bonaparte (Napoleon III.), war der Sohn von Hortense de Beauharnais und Louis Bonaparte – Bruder Napoleons I. und König von Holland. Er hatte zwei Geschwister: NapolĂ©on Charles Bonaparte (1802–1807) und NapolĂ©on Louis Bonaparte (1804–1831).

Sonstiges

Zu festlichen AnlĂ€ssen pflegten der Kaiser, die Kaiserin und bestimmte EhrengĂ€ste von Aluminiumgeschirr zu speisen. Da Aluminium erst in den 1880ern gĂŒnstig erzeugt werden konnte, war es damals wertvoller als Gold.

Napoleon III. war der Adressat zweier Sendschreiben des persischen Religionsstifters Bahāʟullāh, der zu dieser Zeit ein Gefangener der osmanischen Regierung war. In dem ersten Schreiben, das vermutlich im Jahre 1868 verfasst wurde, weist dieser den französischen Kaiser auf die von ihm und seinen AnhĂ€ngern erduldeten Leiden hin und mahnt ihn, sich gegen UnterdrĂŒckung im Allgemeinen und gegen die ungerechtfertigte Gefangenschaft seiner Person und seiner AnhĂ€nger im Speziellen einzusetzen. Nach einem Bericht, dessen AuthentizitĂ€t ungesichert ist, soll Napoleon III. das Schreiben mit den Worten „Wenn dieser Mann Gott ist, dann bin ich zwei Götter“ verĂ€chtlich zu Boden geworfen haben. Vermutlich im Jahr darauf schrieb Bahāʟullāh den Kaiser ein zweites Mal an. In diesem zweiten Schreiben beschuldigt er Napoleon III. der Unaufrichtigkeit, tadelt ihn dafĂŒr, sein erstes Schreiben beiseite geworfen zu haben und kĂŒndigt ihm an: „FĂŒr das, was du getan hast, wird dein Reich in Verwirrung gestĂŒrzt werden, und das Kaiserreich wird deinen HĂ€nden entgleiten als Strafe fĂŒr dein Tun.“cite-ref-47[47] Bahai sehen in dieser AnkĂŒndigung eine Prophezeiung, die sich schon im Jahr darauf mit der Niederlage Napoleons in der Schlacht bei Sedan, seiner Absetzung und dem darauf folgenden französischen BĂŒrgerkrieg erfĂŒllte.

Johann Strauss widmete ihm 1854 den Napoleon-Marsch.

Historische Bewertungen

Louis-NapolĂ©on Bonaparte hat im historischen RĂŒckblick ein sehr schlechtes Image, insbesondere in Frankreich. Schon wĂ€hrend seiner Herrschaft wurde er angegriffen. Victor Hugo sagte von ihm: „Le rĂšgne de NapolĂ©on le Petit est l’Histoire d’un crime, qui mĂ©rite Les ChĂątiments.“ (Die Herrschaft von Napoleon dem Kleinen ist die Geschichte eines Verbrechens, das Strafe verdient).cite-ref-48[48] Karl Marx kommentierte den Putsch von 1851: „
 VerhĂ€ltnisse, die einer mittelmĂ€ĂŸigen und grotesken Personage das Spiel der Heldenrolle ermöglichen.“cite-ref-49[49] Die Niederlage im Deutsch-Französischen Krieg bestĂ€rkte diese Meinung, insbesondere die erniedrigenden Friedensbedingungen wie der Verlust Elsass-Lothringens und die hohe Reparationszahlung an Deutschland ruinierten Napoleons Ruf endgĂŒltig. Andererseits hat er selbst immer wieder persönlichen Mut bewiesen, bei seinen Putschversuchen 1836 und 1840 und auch in der Schlacht von Sedan, in der er am Schluss – vergeblich – den Tod suchte.cite-ref-50[50] 1859 half er bei der Geburt RumĂ€niens aus dem Osmanischen Reich. Durch seine Vereinbarungen mit Viktor Emanuel II. gewann er Savoyen und Nizza, heute die Departements Haute-Savoie, Savoie und Alpes-Maritimes fĂŒr Frankreich.cite-ref-51[51] Am Ende seiner Herrschaft war Frankreich moderner, sozialer und reicher als zuvor.

Schriften

‱ Manuel d’artillerie Ă  l’usage des officiers d’artillerie de la RĂ©publique HelvĂ©tique. Orell FĂŒssli, ZĂŒrich 1836.
‱ Des idĂ©es napolĂ©oniennes. Colburn, London 1839. In deutscher Übersetzung von Arnold Hirsch: NapolĂ©onische Ideen vom Prinzen NapolĂ©on-Louis Bonaparte: (NapolĂ©on III.). Wien, 1865 (Digitalisat).
‱ Histoire de Jules CĂ©sar. Imprimerie impĂ©riale, Paris 1865 (1862 erstveröffentlicht).
‱ Werke. Band I–IV, Leipzig 1857.

Literatur

‱ Thomas Anthony Buchassan Corley: Napoleon III. Ein demokratischer Despot. (Originaltitel: Democratic Despot. 1957, ĂŒbersetzt von Liselotte Mickel). Kohlhammer, Stuttgart 1970, DNB 456294228; 2. Auflage: 1982, ISBN 3-17-094111-9.
‱ Klaus Deinet: Napoleon III. Frankreichs Weg in die Moderne. Kohlhammer, Stuttgart 2019, ISBN 978-3-17-031852-6.
‱ Michael Erbe: Napoleon III. (1848/52–1870). In: Peter C. Hartmann (Hrsg.): Französische Könige und Kaiser der Neuzeit. Von Ludwig XII. bis Napoleon III. 1498–1870. C.H. Beck, MĂŒnchen 1994, ISBN 3-406-38506-0, S. 422–452.
‱ Heinrich Euler: Napoleon III. in seiner Zeit. Teil I: Der Aufstieg. Teil II: Das VerhĂ€ngnis. Kovač, Hamburg 2008, ISBN 978-3-8300-3804-7 und ISBN 978-3-8300-3805-4 (unverĂ€nderter Nachdruck der Erstauflage: Ploetz, WĂŒrzburg 1961).
‱ Franz Herre: Napoleon III. Glanz und Elend des zweiten Kaiserreiches. Bertelsmann, MĂŒnchen 1990, ISBN 3-570-07570-2.
‱ Ralf G. Jahn: Napoleons Clan. MatrixMedia Verlag, Göttingen 2021, ISBN 978-3-946891-19-2.
‱ Regina-Bianca Kubitscheck: Napoleon III. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 22, Bautz, Nordhausen 2003, ISBN 3-88309-133-2, Sp. 869–886.
‱ Heinz Rieder: Napoleon III. Abenteurer und Imperator. Katz, Gernsbach 2006, ISBN 3-938047-16-X.
‱ Alan Strauss-Schom: The Shadow Emperor. A Biography of NapolĂ©on III. St. Martin’s Press, Stroud 2018.
‱ Johannes Willms: Napoleon III. Frankreichs letzter Kaiser. C.H. Beck, MĂŒnchen 2008, ISBN 978-3-406-57151-0.
‱ Heiner Wittmann: Napoleon III. Macht und Kunst (= Dialoghi/dialogues. Literatur und Kultur Italiens und Frankreichs. Band 17). Verlag Peter Lang, Frankfurt / Berlin / Bern u. a. 2013, ISBN 978-3-631-64209-2.
‱ Manfred WĂŒstemeyer: Demokratische Diktatur: zum politischen System des Bonapartismus im Zweiten Empire. Böhlau, Köln/Wien 1986, ISBN 3-412-08385-2 (= Dissertationen zur neueren Geschichte. Band 18, zugleich Dissertation an der UniversitĂ€t zu Köln 1971).

Weblinks

Wikiquote: Napoleon III.

– Zitate

Commons

: Napoleon III.

– Sammlung von Bildern

‱ Literatur von und ĂŒber Napoleon III. im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
‱ Werke von und ĂŒber Napoleon III. in der Deutschen Digitalen Bibliothek
‱ Literatur von und ĂŒber Napoleon III. im SUDOC-Katalog (Verbund französischer UniversitĂ€tsbibliotheken)
‱ Karikaturen zu Napoleon III. in HeidICON („Gast-Zugang“ nutzen)
‱ Napoleonmuseum Thurgau Schloss und Park Arenenberg
‱ Verfassung der französischen Republik (1852)
‱ Napoleon III. Tabellarischer Lebenslauf im LeMO (DHM und HdG)
‱ Dominic Pedrazzini/AL: Napoleon III.. In: Historisches Lexikon der Schweiz.

Einzelnachweise

cite-note-2-11. ↑ Johannes Willms: Napoleon III.: Frankreichs letzter Kaiser. Verlag C. H. Beck, MĂŒnchen 2008, ISBN 978-3-406-57151-0, S. 15 ff.
cite-note-22. ↑ Michael van Orsouw: Jerusalem in Rothenthurm. Im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums vom 2. Juni 2021.
cite-note-33. ↑ Napoleonmuseum – Schloss Arenenberg, das schönste Schloss am Bodensee. Labhard, Konstanz 2005, ISBN 3-926937-85-8. Bodensee-Magazin Spezial.
cite-note-44. ↑ Christina Egli: Der französische Kaiser Napoleon III. – ein „Lausbub“ vom Bodensee. In: Schriften des Vereins fĂŒr Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung. 127. Jg. 2009, S. 113–138 (Digitalisat).
cite-note-55. ↑ Medea Vögeli: Als Napoleon III. in Thun zur Schule ging. In: Schweizerisches Nationalmuseum vom 25. Juli 2024.
cite-note-66. ↑ Peter Forster: Prinz Louis Napoleon und die Thurgauer SchĂŒtzen. Thurgauer Jahrbuch, abgerufen am 5. April 2020.
cite-note-77. ↑ Der Kaiser spricht Schweizerdeutsch. 13. Juni 2025, abgerufen am 16. Juli 2025.
cite-note-88. ↑ Rieder: Napoleon III. Abenteurer und Imperator. 2006, S. 44 ff.
cite-note-ear-99. ↑ E. A. Reinhardt: Napoleon der Dritte und Eugenie – Tragikomödie eines Kaisertums. Fischer Verlag, Berlin 1930, S. 29 f., 33 f., 94 ff. und 115 ff.
cite-note-1010. ↑ Rieder: Napoleon III. Abenteurer und Imperator. 2006, S. 62 ff.
cite-note-1111. ↑ Henri Conneau. In: Larousse. 2024, abgerufen am 19. Februar 2024 (französisch).
cite-note-1212. ↑ Yves Bruley: NapolĂ©on III. Éditions Garnier, Paris 2012, ISBN 978-2-8105-0427-5, S. 24.
cite-note-1313. ↑ Heiner Wittmann: Napoleon III. und die Freimaurer, Köln 2022, S. 54–75.
cite-note-1414. ↑ Jean-Claude Besuchet de Saunois (1790–1867) war Freimaurer Fichier Bossu. Er half im PrĂ€sidentschaftswahlkampf Louis Napoleon mit Wahlaufrufen. Vgl. Heiner Wittmann, Napoleon III. und die Freimaurer, Köln 2022, S. 114 f.
cite-note-1515. ↑ Rieder: Napoleon III. Abenteurer und Imperator. 2006, S. 158.
cite-note-1616. ↑ Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte. In: Marx-Engels-Werke, Band 8, Dietz Verlag, Berlin 1960, Zitat S. 115.
cite-note-1717. ↑ Rieder: Napoleon III. Abenteurer und Imperator. 2006, S. 188.
cite-note-1818. ↑ Art. Bonapartismus im Glossar zum Skript EinfĂŒhrungen in die Wirtschafts- und Sozialgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, WestfĂ€lische Wilhelms-UniversitĂ€t MĂŒnster, abgerufen am 29. Mai 2021.
cite-note-1919. ↑ Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte. In: Marx-Engels-Werke, Band 8, Dietz Verlag, Berlin 1960, Zitat S. 199.
cite-note-2020. ↑ JĂŒrgen Osterhammel: Die Verwandlung der Welt. C. H. Beck, MĂŒnchen 2011, ISBN 978-3-406-61481-1, S. 846.
cite-note-2121. ↑ Rieder: Napoleon III. Abenteurer und Imperator. 2006, S. 215.
cite-note-2222. ↑ Rieder: Napoleon III. Abenteurer und Imperator. 2006, S. 217.
cite-note-2323. ↑ Napoleon III. In: Brockhaus Konversations-Lexikon. 14. Auflage. Band 12: Morea – PerĂŒcke. Brockhaus, Leipzig 1895, S. 177 (retrobibliothek.de).
cite-note-2424. ↑ Peter Dittmar: Der Papst als Kidnapper. In: JĂŒdische Allgemeine. 9. Dezember 2013, abgerufen am 2. Mai 2024.
cite-note-2525. ↑ Rieder: Napoleon III. Abenteurer und Imperator. 2006, S. 231.
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